Erneute Warnstreiks im Öffentlichen Dienst am 12. April – auch kommunale Kitas werden bestreikt!

Wie heute der Presse zu entnehmen ist (siehe „Pressestimmen“), hat die Gewerkschaft ver.di für den kommenden Donnerstag, 12. April 2018 erneut zu ganztägigen Warnstreiks im Öffentlichen Dienst aufgerufen. Neben dem öffentlichen Nahverkehr werden auch städtische Kitas bestreikt. Eltern müssen also damit rechnen, dass es Einschränkungen bei der Kinderbetreuung gibt und geplante Ausflüge mit Bussen und Straßenbahnen ausfallen.

Sobald die Stadt Braunschweig bekannt gibt, welche Einrichtungen von Schließungen betroffen sind oder eine Ersatzbetreuung anbieten, werden wir diese Information hier nachreichen. Bis dahin bitten wir Eltern städtischer Kitas, sich an ihre Kita-Leitung zu wenden und auf diese Situation vorzubereiten.

Ver.di hat uns eine Elterninformation zum Warnstreik zur Verfügung gestellt. Wir haben das Flugblatt » hier verlinkt.

Update (10.04.2018): Von den 33 städtischen Kitas werden voraussichtlich 10 Einrichtungen komplett schließen, 11 Kitas sind eingeschränkt geöffnet! Auf der Internetseite der Stadt Braunschweig wurde eine Liste der städtischen Kitas veröffentlicht, die vom Streik betroffen sein werden » Liste der voraussichtlich bestreikten städtischen Kitas, Stand: 10. April

Pressestimmen:

„Honigtopf“ für geförderte Qualitätsentwicklung in Kitas

Im Rahmen des Maßnahmenkataloges zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten wurde u.a. auch der von uns vorgeschlagene Fördertopf bewilligt, mit dem individuelle Kleinprojekte mit Qualitätsbezug in Kitas umgesetzt werden können. Die von uns liebevoll „Honigtopf“ getaufte Maßnahme soll kleinere Aktivitäten ermöglichen oder unterstützen, die eine qualitative Bereicherung zum Kita-Alltag darstellen. Häufig ist es so, dass solche Aktivitäten von Eltern (mit)finanziert werden müssen.

Diese Fördergelder können in Kürze in Anspruch genommen werden. Im Rahmen der Förderung ist ein bewusst niedrigschwelliges Vorgehen vorgesehen. Jede Kita erhält noch im laufenden Kitajahr je Krippen- und Kindergartengruppe eine pauschale Förderung in Höhe von 200€. Eltern und Kita-Teams sollen gemeinsam über die Verwendung der Gelder entscheiden, indem gemeinsam Ideen entwickelt und diskutiert werden. Es ist möglich, eine größere Maßnahme umzusetzen als auch mehrere kleine.

Das konkrete Verfahren befindet sich aktuell noch in der Abstimmung. Wir gehen davon aus, dass die Stadtverwaltung in Kürze mit weiteren Infos auf die Kitas zugehen wird. Wir halten Euch hierzu natürlich auf dem Laufenden! Es ist sinnvoll, die Verwendung der Gelder im Rahmen Eurer nächsten Beiratssitzungen zu diskutieren.

Wir werden auf unserer nächsten Vollversammlung am 10. April 2018 ausführlich zu diesem Thema berichten.

Ankündigung: 2. Vollversammlung im Kitajahr 2017/2018

Die 2. Vollversammlung des aktuellen Kindergartenjahres 2017/2018 findet am Dienstag den 10. April 2018 um 19:00 Uhr im Sitzungssaal des Jugendamts am Eiermarkt 4-5 in 38100 Braunschweig statt. Beachten Sie bitte, dass der Zugang zum Gebäude über den Innenhof erfolgt.

Folgende Tagesordnung ist geplant:

  • Aktuelles zu unserem Netzwerk „Unsere tolle Kita! – Qualität aus Sicht der Familien“, inkl. Präsentation von Rückmeldungen aus Eltern-Cafés
  • Vorstellung des Maßnahmenkataloges zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten, insbesondere der Maßnahmen „Honigtopf“ und „Erneuerung von Großspielgeräten“
  • Offene Fragerunde

Weitere Informationen zu unserem Netzwerk “ Unsere tolle Kita! – Qualität aus Sicht der Familien“ finden Sie hier. Einen Beitrag zum Maßnahmenkatalog zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten gibt es hier. Informationen zum „Honigtopf“ finden Sie hier.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Bitte reichen Sie die Einladung an alle interessierten Eltern weiter. Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme und den Austausch mit Ihnen

» Hier finden Sie die Einladung als PDF-Version.

Update (18.04.2018): Die Präsentation, die wir bei unserer Vollversammlung gezeigt haben, finden Sie hier.

Maßnahmenkatalog zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten beschlossen

Im Dezember 2017 hat der Rat der Stadt Braunschweig einen Maßnahmenkatalog zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten beschlossen. Dieser Katalog entstand unter Mitwirkung der Fachverwaltung, der Trägervertreter und des Stadtelternrats. Damit lässt sich der im Zusammenhang mit den neugestalteten Kitagebühren im Jahr 2016 getroffene Ratsbeschluss, Mehreinnahmen aus den Entgelten in Qualitätsmaßnahmen zu investieren sollen, spürbar umsetzen.

Der Maßnahmenkatalog umfasst die nachfolgend genannten Qualitätsverbesserungen. Davon sollen zunächst diejenigen Maßnahmen umgesetzt werden, die einmalige Kosten verursachen bzw. nicht als Daueraufgabe ausgelegt sind. Wir haben diese Maßnahmen in der Liste kursiv dargestellt.

  1. Einsatz von Erzieherinnen/Erziehern als Zweitkräfte jeweils in Gruppen mit Leitungsvertretung. Die daraus resultierenden Veränderungen in den städtischen
    Kindertagesstätten werden sozialverträglich umgesetzt.
  2. Entwicklung eines gemeinsamen pädagogischen Leitbildes Bildung und Betreuung (Workshop)
  3. Anpassung der 2012 beschlossenen Zuschüsse zur Verbesserung der Betreuungsqualität in Kitas in Stadtteilen mit besonderem Handlungsbedarf (VBQ) ab
    2017
  4. Anpassung der Förderung für Familienzentren ab 2017 einschließlich Qualifizierung und Fachberatung
  5. Aufstockung der Projektmittel des VA/EV-Konzeptes (verhaltensauffällige / entwicklungsverzögerte Kinder) zur Konzeptfortschreibung und -erweiterung einschließlich Qualifizierung und Fachberatung ab 2017
  6. Berücksichtigung weiterer Bundes- und Landesprogramme zur Verbesserung der Qualität in Kitas
  7. Sachkostenförderung für Sprach-Kitas und Folgeprojekte (analog vorhergehender Bundesprogramme)
  8. Budget zur Verringerung/Abschaffung der Schließzeiten (Pilotprojekt)
  9. Budget zur Ausweitung der Öffnungszeiten (Pilotprojekt)
  10. Zusätzliche Angebotsausweitungen/-anpassungen u. a. zur Ausweitung der Öffnungszeiten (z. B. Ganztagsbetreuung)
  11. Budget zur Förderung kleinerer Maßnahmen/Aktivitäten („Honigtopf“ – entsprechend der Anregung des Stadtelternrates)
  12. Medienkampagne u. a. inklusive Erstellung eines Elternwegweisers zur Kindertagesbetreuung
  13. Evaluationsprojekte in ausgewählten Kitas bzw. zu ausgewählten Themen (bedarfsorientiert)
  14. Sonderfonds für die Erneuerung/Ersetzung von Großspielgeräten in Kita
  15. Die Beschlüsse zur Qualitätsentwicklung stehen unter dem Vorbehalt, dass die Kostenerstattung des Landes für die entfallenen Elternentgelte die geplanten
    Mehreinnahmen von 2,5 Mio. € abdeckt. Ansonsten können die Maßnahmen nur bis zu der Höhe der bis zum 31. Juli 2018 erzielten Mehreinnahmen, bzw. in Höhe der dann durch die Kostenerstattung gedeckten Mehreinnahmen umgesetzt werden.

Für die Erneuerung/Ersetzung von Großspielgeräten in Kitas (Punkt 14) sind Mittel in Höhe von 2.700€ pro Kita-Gruppe vorgesehen. Die Mittel können allerdings nicht eingesetzt werden zur Neuanschaffung von Spiel- oder Gerätehäusern, Mobiliar oder Verbrauchsgegenständen oder zur kompletten Neugestaltung von Außengeländen. Für die Förderung ist ein einfacher Sachbericht als Verwendungsnachweis vorgesehen. Die Träger der Einrichtungen wurden im Laufe der Woche über die Einzelheiten informiert. Diejenigen Träger, die ihre Einrichtungen in Betriebsträgerschaft führen (bei denen Gelände und Gebäude der Stadt gehören), wurden gebeten, ihre konkretisierten Bedarfe bis zum 20. April an die Stadtverwaltung zu melden.

Da ab dem 1. August 2018 damit zu rechnen ist, dass für Kinder ab dem 3. Lebensjahr die Betreuung wieder beitragsfrei wird, ist aktuell noch unklar, inwieweit die restlichen Maßnahmen aus den Mehreinnahmen finanziert werden können. Hier wird derzeit noch abgewartet, wie die Weitergabe von Bundesmitteln zur Beitragsfreiheit an die Kommunen geregelt wird.

Der vollständige Maßnahmenkatalog mit allen wichtigen Detailinformationen kann als Beschlussvorlage 17-05824 im Ratsinformationssystem der Stadt Braunschweig gefunden werden, oder als Kopie hier auf unserer Internetseite.

Nach Änderung im Niedersächsischen Schulgesetz: Einschulungsalter wird flexibilisiert

Zum 6. März sind Änderungen im Niedersächsischen Schulgesetz in Kraft getreten. Mit dieser Novelle wird das Einschulungsalter flexibilisiert, was besonders für Eltern von Kita-Kindern interessant sein dürfte.

Ab sofort können Eltern, deren Kinder zwischen dem 1. Juli und dem 30. September das sechste Lebensjahr vollenden, den Schulbesuch durch eine einfache schriftliche Mitteilung an die Schule um ein Jahr hinausschieben. Die formlose Erklärung ist vor dem Beginn des betreffenden Schuljahres bis zum 1. Mai gegenüber der Schule abzugeben und muss nicht begründet werden.

Mit der Neuregelung bleibt es dabei, dass die Schulpflicht in dem Schuljahr beginnt, in dem ein Kind das sechste Lebensjahr bis zum 30. September vollendet. Für die betroffenen Kinder wird nur die Einschulung um ein Jahr nach hinten verschoben. Die Möglichkeit der Einschulung von „Kann“-Kindern, die erst nach dem 30. September sechs Jahre alt werden, bleibt weiterhin erhalten.

Alle wissenswerten Informationen können den nachfolgend verlinkten Dokumenten entnommen werden, die an alle Kindertagesstätten verteilt wurden. Falls nicht bereits geschehen, sollten sich betroffene Eltern mit Ihrer Kita-Leitung in Verbindung zu setzen, um bei der Platzvergabe für das nächste Kitajahr weiterhin berücksichtigt zu werden.

Pressestimmen:

Warnstreiks im Öffentlichen Dienst am 15. März – auch kommunale Kitas sind betroffen!

Wie heute der Presse zu entnehmen ist (siehe „Pressestimmen“), finden am Donnerstag, 15. März 2018 auch in Braunschweig Warnstreiks im Öffentlichen Dienst statt. Nach den vorliegenden Informationen hat die Gewerkschaft ver.di ihre Mitglieder zur Arbeitsniederlegung und zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen, wenn es heute nicht zu einer Verständigung mit den Arbeitgebern kommt.

Sollte es zum Warnstreik kommen, werden in Braunschweig neben dem öffentlichen Personennahverkehr auch kommunale Kitas betroffen sein. Eine offizielle Ankündigung liegt uns bislang nicht vor. Sobald bekannt ist, welche Einrichtungen von Schließungen betroffen sind oder eine Ersatzbetreuung anbieten, werden wir diese Information hier veröffentlichen. Bis dahin bitten wir betroffene Eltern, sich an ihre Kita-Leitung zu wenden und auf diese Situation vorzubereiten. Weitere Auskünfte erteilt das Bürgertelefon unter der Telefonnummer (0531) 470-1.

Update (14.03.2018): Von den 33 städtischen Kitas werden voraussichtlich mindestens 8 Einrichtungen geschlossen. Auf der Internetseite der Stadt Braunschweig wurde eine Liste der städtischen Kitas veröffentlicht, die von Schließungen betroffen sein werden » Liste, welche Kitas geöffnet und welche geschlossen sind

Pressestimmen:

Ergebnis und Protokoll der 1. Vollversammlung im Kitajahr 2017/2018

Bei der 1. Vollversammlung im Kitajahr 2017/2018 wurde u.a. der Vorstand neu gewählt. Die aktuelle Besetzung findet Ihr hier. Das Protokoll der Versammlung kann ab sofort hier (als Download) oder im aufgeklappten Teil dieses Beitrags eingesehen werden.

Die nächste Vollversammlung findet voraussichtlich im März 2018 statt. Die Einladungen werden rechtzeitig verschickt, sobald der Termin feststeht.

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Ankündigung: 1. Vollversammlung im Kitajahr 2017/2018

Die 1. Vollversammlung des aktuellen Kindergartenjahres 2017/2018 findet am Dienstag den 21. November 2017 um 19.00 Uhr im Sitzungssaal des Jugendamts am Eiermarkt 4-5 in 38100 Braunschweig statt. Beachten Sie bitte, dass der Zugang zum Gebäude über den Innenhof erfolgt.

Folgende Tagesordnung ist geplant:

  1. Begrüßung und Bericht über die Arbeit des Stadtelternrates der Kitas
  2. Wahl des neuen Vorstandes
  3. Aktuelle Informationen zu unserem Netzwerk „Unsere tolle Kita! – Qualität aus Sicht der Familien
  4. Offene Fragerunde

Für eine erfolgreiche Wahl ist es wichtig, dass möglichst jede Kita ein stimmberechtigtes Mitglied des Elternrats zur Vollversammlung entsendet. Wir bitten daher um zahlreiches Erscheinen. Stimmberechtigt sind alle gewählten Elternbeiräte. Je Kita darf eine Person wählen, die nicht Gesamtelternvertreter bzw. -vertreterin sein muss.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Bitte reichen Sie die Einladung an alle interessierten Eltern weiter. Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme und den Austausch mit Ihnen

» Hier finden Sie die Einladung als PDF-Version.

„Unsere tolle Kita!“ – Qualität aus Sicht der Familien

Vor einigen Monaten gelang es uns, Projektpartner des bundesweiten Programms „Qualität vor Ort“ zu werden. Hinter diesem Programm stehen die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Jacobs Foundation, um gemeinsam die Qualität in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung zu fördern.

Das Programm unterstützt insgesamt 150 lokale Netzwerke in ganz Deutschland, und wir sind eines davon. Für unser lokales Netzwerk haben wir uns mit der Stadtverwaltung und freien Kita-Trägern zusammengetan. Unser Ziel ist es, in unserer Kommune ein gemeinsames Qualitätsverständnis zu entwickeln, das die unterschiedlichen Schwerpunkte der jeweiligen Akteure berücksichtigt und von dem alle Kinder und ihre Familien profitieren. Wir wollen damit die Grundlage zur Diskussion in weiteren Gremien (z.B. Jugendhilfeausschuss) schaffen, um im weiteren Verlauf spürbare Qualitätsverbesserungen bewirken zu können.

Als Stadtelternrat repräsentieren wir die Eltern und Kinder in unseren kommunalen Kindertagesstätten. Für uns ist es entscheidend, Unterstützung und Feedback aus einer breiten Elternschaft zu erhalten, um alle Interessen vertreten und ein repräsentatives Ergebnis erzielen zu können. Wie wir uns die gemeinsame Zusammenarbeit vorstellen, haben wir auf unserer Vollversammlung am 11. Mai präsentiert (die gezeigten Inhalte gibt es in unserer Dokumentenbibliothek).

Im ersten Schritt wollen wir alle Eltern in Braunschweig zum Thema Qualität in Kitas sensibilisieren und zum Qualitäts-Dialog ermutigen. Wir möchten vor allem zwei Dinge erreichen: Eltern sollen erfahren, was Qualität ist bzw. sein kann und wie sie in der eigenen Kita umgesetzt wird. Zusätzlich sollen alle Eltern die Möglichkeit haben, gute Qualität aus ihrer Sicht zu benennen und somit zur Weiterentwicklung der Kitas in Braunschweig beizutragen.

Liebe Eltern, begebt Euch in den informellen und kreativen Austausch rund um das Thema Qualität. Bezieht Eure Kinder und die Fachkräfte in Eurer Kita ein. Behaltet dabei das Positive im Blick. Denkt in Lösungen statt in Problemen. Stellt Euch zum Beispiel gegenseitig die Frage „Warum ist unsere Kita toll?“.

Entscheidet selbst, welche Form des Dialogs Ihr nutzen möchtet. Einige kommen vielleicht über Elterncafés in die Diskussion, andere nutzen Pinnwände oder Fragebögen. Bastelt oder malt mit Euren Kindern, was ihnen in ihrer Kita am besten gefällt. Diskutiert mit Eltern und ErzieherInnen. Seid kreativ und probiert einfach aus, was bei Euch am besten funktioniert. Inspiriert andere Eltern, indem Ihr Eure Vorgehensweisen auf unserer Facebook-Seite veröffentlicht.

Und ganz wichtig: bitte dokumentiert Eure Ergebnisse, bspw. in Form von Fotos oder Abschriften, und schickt sie uns. Nutzt dazu die bekannten Kontaktmöglichkeiten oder unsere Facebookseite. Eure Rückmeldungen sind für den weiteren Verlauf wesentlich, damit wir alle diskutierten Themenbereiche erkennen und im Sinne der Eltern priorisieren können. Wir danken Euch schon jetzt für Eure Unterstützung!

Wir werden hier und in den kommenden Vollversammlungen über die Fortschritte berichten.

Kita-Entgelte: Förderung von Kleinprojekten zur Qualitätsentwicklung in Kitas

Als im vergangenen Jahr die Kindergartengebühren in Braunschweig wiedereingeführt wurden, versprachen Politik und Verwaltung, die Mehreinnahmen ausschließlich in Maßnahmen zur Entwicklung der Qualität zu investieren. Inzwischen liegen erste Hochrechnungen vor: Zum Ende des aktuellen Kitajahres rechnet die Verwaltung mit Mehreinnahmen in Höhe von 1,7 Mio. €, ab 2018 belaufen sich die Schätzungen auf 2,5 Mio. € pro Jahr (siehe Mitteilung 17-04704).

Was genau Qualität bedeuten kann, erarbeiten wir mit Eltern, der Stadtverwaltung und freien Trägern von Einrichtungen in unserem Netzwerk „Unsere tolle Kita! Qualität aus Sicht der Familien“. Unser Ziel ist, einen Beitrag zu einem gemeinsamen Verständnis für Qualität in Kitas zu leisten und für zukünftige kommunale Entscheidungen fruchtbar zu nutzen.

Uns ist bewusst, dass die zu erwartenden Mehreinnahmen bei Weitem nicht ausreichen werden, um die großen Themen wie „dritte Betreuungskraft in Kindergartengruppen“ und „vollständige Beitragsfreiheit“ zu finanzieren. Dazu bedarf es grundlegender Entscheidungen auf Landes- bzw. Bundesebene. Nichtsdestotrotz möchten wir, dass Investitionen in Qualitätsmaßnahmen für Eltern und Einrichtungen spürbar erfolgen und individuelle Bedarfe von Einrichtungen aufgegriffen werden können. Es geht uns hier beispielsweise um die „vielen kleinen Dinge“, für die in den Einrichtungen oft das Geld fehlt.

Daher schlagen wir vor, dass aus einem Teil der Mehreinnahmen ein Fördertopf geschaffen wird, mit dem individuelle Kleinprojekte mit Bezug zur Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen unterstützt werden können. Auf diesem Weg würde es im Kleinen zu einer finanziellen Entlastung der Eltern kommen. So ließe sich beispielsweise ein Forscher engagieren, der Kindern durch besondere Experimente regelmäßig neue Welten eröffnet. Oder es wird ein Koch finanziert, der mit den Kindern gemeinsam kocht. Für derartige Ausgaben müssten im Regelfall die Eltern aufkommen.

Wir stellen uns vor, dass Eltern, Leitung und Erzieher gemeinsam diskutieren, für welche Maßnahmen Anträge gestellt werden. Auf diesem Weg werden in den Einrichtungen Impulse für einen Dialog über Qualität gesetzt.

Das Antragsverfahren soll attraktiv und niederschwellig sein. Wir stellen uns vor, dass Eltern und Leitungen auf Basis eines Förderaufrufs gemeinsam ihre Anträge stellen. Ein paritätisch besetztes Gremium aus Vertretern von Eltern, Politik, Verwaltung und der freien Träger entscheidet über die Vergabe der Gelder. Ein positiver Bescheid gilt als Förderzusage im Sinne der Bewilligung eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns. Die Einrichtung kann daraufhin die beantragten Kleinprojekte umsetzen, in dem sie die dafür notwendigen Ausgaben zunächst verauslagt. Die Erstattung erfolgt im Anschluss auf Nachweis.

Wir werden diesen Vorschlag im nächsten Jugendhilfeausschuss mit den Vertretern aus Politik und Verwaltung diskutieren. Eine erste Resonanz aus den Ratsfraktionen war positiv.

Diskutieren Sie mit auf unserer Facebook-Seite: In was würden Sie die Mehreinnahmen gerne investieren?

Die Braunschweiger Zeitung hat dieses Thema aufgegriffen und am 24. Juni einen Artikel dazu veröffentlicht, der über den nachfolgenden Verweis aufgerufen werden kann.

Pressestimmen: