Kita-Entgelte: Förderung von Kleinprojekten zur Qualitätsentwicklung in Kitas

Als im vergangenen Jahr die Kindergartengebühren in Braunschweig wiedereingeführt wurden, versprachen Politik und Verwaltung, die Mehreinnahmen ausschließlich in Maßnahmen zur Entwicklung der Qualität zu investieren. Inzwischen liegen erste Hochrechnungen vor: Zum Ende des aktuellen Kitajahres rechnet die Verwaltung mit Mehreinnahmen in Höhe von 1,7 Mio. €, ab 2018 belaufen sich die Schätzungen auf 2,5 Mio. € pro Jahr (siehe Mitteilung 17-04704).

Was genau Qualität bedeuten kann, erarbeiten wir mit Eltern, der Stadtverwaltung und freien Trägern von Einrichtungen in unserem Netzwerk „Unsere tolle Kita! Qualität aus Sicht der Familien“. Unser Ziel ist, einen Beitrag zu einem gemeinsamen Verständnis für Qualität in Kitas zu leisten und für zukünftige kommunale Entscheidungen fruchtbar zu nutzen.

Uns ist bewusst, dass die zu erwartenden Mehreinnahmen bei Weitem nicht ausreichen werden, um die großen Themen wie „dritte Betreuungskraft in Kindergartengruppen“ und „vollständige Beitragsfreiheit“ zu finanzieren. Dazu bedarf es grundlegender Entscheidungen auf Landes- bzw. Bundesebene. Nichtsdestotrotz möchten wir, dass Investitionen in Qualitätsmaßnahmen für Eltern und Einrichtungen spürbar erfolgen und individuelle Bedarfe von Einrichtungen aufgegriffen werden können. Es geht uns hier beispielsweise um die „vielen kleinen Dinge“, für die in den Einrichtungen oft das Geld fehlt.

Daher schlagen wir vor, dass aus einem Teil der Mehreinnahmen ein Fördertopf geschaffen wird, mit dem individuelle Kleinprojekte mit Bezug zur Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen unterstützt werden können. Auf diesem Weg würde es im Kleinen zu einer finanziellen Entlastung der Eltern kommen. So ließe sich beispielsweise ein Forscher engagieren, der Kindern durch besondere Experimente regelmäßig neue Welten eröffnet. Oder es wird ein Koch finanziert, der mit den Kindern gemeinsam kocht. Für derartige Ausgaben müssten im Regelfall die Eltern aufkommen.

Wir stellen uns vor, dass Eltern, Leitung und Erzieher gemeinsam diskutieren, für welche Maßnahmen Anträge gestellt werden. Auf diesem Weg werden in den Einrichtungen Impulse für einen Dialog über Qualität gesetzt.

Das Antragsverfahren soll attraktiv und niederschwellig sein. Wir stellen uns vor, dass Eltern und Leitungen auf Basis eines Förderaufrufs gemeinsam ihre Anträge stellen. Ein paritätisch besetztes Gremium aus Vertretern von Eltern, Politik, Verwaltung und der freien Träger entscheidet über die Vergabe der Gelder. Ein positiver Bescheid gilt als Förderzusage im Sinne der Bewilligung eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns. Die Einrichtung kann daraufhin die beantragten Kleinprojekte umsetzen, in dem sie die dafür notwendigen Ausgaben zunächst verauslagt. Die Erstattung erfolgt im Anschluss auf Nachweis.

Wir werden diesen Vorschlag im nächsten Jugendhilfeausschuss mit den Vertretern aus Politik und Verwaltung diskutieren. Eine erste Resonanz aus den Ratsfraktionen war positiv.

Diskutieren Sie mit auf unserer Facebook-Seite: In was würden Sie die Mehreinnahmen gerne investieren?

Die Braunschweiger Zeitung hat dieses Thema aufgegriffen und am 24. Juni einen Artikel dazu veröffentlicht, der über den nachfolgenden Verweis aufgerufen werden kann.

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