Inklusion – Menschenrechte und Wege

Inklusion im Video erklärt: http://video.aktion-mensch.de/soviel/inklusionsfilm_mit_audiodeskription.ogv

Inklusion ist ein Prozess der Bewältigung und Annahme von menschlicher Vielfalt. (Fred Ziebarth)

 

Chancengleichheit besteht nicht nur darin, dass jeder einen Apfel pflücken darf, sondern dass der Zwerg eine Leiter bekommt. (nach Reinhard Turre)

 

Wer die Inklusion will, sucht nach Wegen, wer sie nicht will, sucht nach Begründungen! (Hubert Hüppe)

Menschen sind unterschiedlich und vielfältig und trotzdem gleichwertig und gleichberechtigt. Alle Menschenrechte gelten auch für Menschen mit Behinderungen und ihnen steht selbstverständlich eine volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu. Um dies zu verwirklichen, sind generell die Vermeidung und der Abbau von Barrieren im weitesten Sinne sowie je nach den Einschränkungen individuelle Nachteilsausgleiche nötig.

Man sollte über die Umsetzung und die Hintergründe der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, z.B. Inklusion in Kindertagesstätten, reden. Es ist aber noch wichtiger, ihre Inhalte umzusetzen – also loszulegen und auch unterwegs zu lernen! Oft genug ist die Situation so individuell, dass man ohnehin erst lernt, wie man mit damit umgehen kann, wenn man sich auf den Weg macht.

Viele Rahmenbedingungen (z.B. das KiTa-Gesetz) decken zweckmäßigerweise nicht alle Lebenssituationen von Menschen ab – das darf nicht davon abhalten, die Gesamtsituation kontinuierlich zu verbessern (Personalschlüssel, Qualifikation, Räumlichkeiten…)  und trotzdem bei einem entsprechenden, darüber hinaus gehenden behinderungsbedingtem Mehrbedarf nach individuellen Nachteilsausgleichen zu suchen und diese umzusetzen! Wir brauchen Wege, volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, statt Begründungen, sie weiterhin zu verwehren. Jede Mama und jeder Papa, jede Fachkraft und natürlich auch „die da oben“, müssen dazulernen und neue Wege gehen.

Häufige Missverständnisse:

Inklusion ist nicht dazu da, dass andere rücksichtsvoller oder „inspiriert“ werden – es geht um Menschenrechte für jeden einzelnen.

Wer sagt, es gäbe nicht-inkludierbare Menschen, hat nicht verstanden: Alle Menschen gehören dazu, nur einige werden ausgegrenzt – diese Ausgrenzung muss überwunden werden.

Nachteilsausgleiche für behinderungsbedingte Einschränkungen sind keine Bevorteilung: Dass beispielsweise für ein gehörloses Kind die gesamte Kindergartengruppe Gebärdensprache lernt, um mit ihm kommunizieren zu können, ist keine Bevorteilung des Kindes: Das gehörlose Kind kann in der Regel keine deutsche Lautsprache sprechen lernen. Außerdem ist auch die Deutsche Gebärdensprache ein Sprache, die zu lernen sich für Kinder schon als reine „Fremdsprache“ lohnt und die Sprachkompetenz enorm erweitert.

Der Mensch soll sich mit seinen Einschränkungen zufrieden geben – Das kann ein_e Betroffene_r sicher am besten für sich selber entscheiden. Die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben steht trotzdem jedem zu!

Inklusions-Do-it-Yourself:

Links:
www.kobinet-nachrichten.org
www.netzwerk-artikel-3.de
www.taubenschlag.de
www.institut-fuer-menschenrechte.de
www.einfach-teilhaben.de